Staffel rund um Jena sichert den Frauen des LCR Platz 2

Als Nils seine Startnummer ans T-Shirt zwickte, spielten seine zwei Töchter im hohen Gras und drehten Pirouetten. Es war schon halb neun, ein heißer Tag und die Sonne am wolkenlosen Himmel drückte. 31 – 1. Wir waren Staffel 31. Glück, dass sich noch sechs Männer gefunden haben, die die Herausforderung auf sich nahmen. Waren Ihnen doch die Frauen unseres Vereines voraus gewesen. Trotz Fabiennes Verletzung fand sich schnell Ersatz. Die Frauen dann doch eher angemeldet, erhielten Startnummer 28. Darauf wurde auch ihr Tracker eingestellt, den Nancy als erstes umschnallte. Timo Jahn vom Laufservice gab hierzu kurze Hinweise.

 

Um 9 Uhr starteten dann 31 Läuferinnen und Läufer am Steinkreuz bei Jena zur 9. Saalehorizontale-Staffel. Auf 66 km auf Jenas Höhen und durch die angrenzenden Tiefen des Saaletals. Eine wunderschöne Landschaft rings um Jena – wie ich feststellen konnte. War ich doch das erste Mal im Boot und tingelte mit Jürgen von Wechselpunkt zu Wechselpunkt. So konnte ich mir den Jenzig von Nahem und Weiten ansehen – einige sagen, das Matterhorn Jenas, so meinte Jürgen zumindest. Imposant und einen Ausflug wert ist es allemal.

Durch Wälder und über Wiesen kam Bernd deutlich eher in der Wechselstelle an, als ihn der GPS-Tracker ankündigte. Jürgen war zunächst überfordert, wusste aber, was zu tun war – nämlich einfach loslaufen. Auch Laura Brosius, die starke Frau in der Staffel, hatte einige Minuten rausgeholt und kam nur kurze Zeit später in die Wechselstelle. Hier wurde sie von Doreen abgelöst. Auch Nicole kam hier zum Einsatz – diesmal als "Fremdläuferin" – sie startete für die Damen der Laufkundschaft.

 

 

In Dorndorf übernahm Jürgens Freund Peter den Staffelstab, souverän lief Jürgen ein – auch genau nach GPS-Signal, obwohl es hier ab für einen jungen Läufer nur noch liegend weiter ging. Kreislaufkollaps. Ein Warnsignal an alle, ausreichend vorzusorgen und es nicht zu übertreiben. Dank Jürgens Ortskundigkeit konnte Peter punktgenau in Neuengönna noch ein kühles Getränk gereicht werden, ehe er den Rest der 12,4-km-Strecke zum Jägerberg auf sich nahm. Dort warteten Krissi und Roberto auf den Start über die Windknollen hinab zur Papiermühle.

Sensationelle Ausblicke auf die Stadt und das Saaletal faszinierten mich, und da war es mir auch kurz egal, dass ich bis zum Napoleonblick gelaufen war – an den Schlachtfeldern zu Jena-Isserstedt – und ich keine gelben Pfeile mehr fand. Somit war meine Etappe etwa 500 Meter länger. Dank der GPS-Technik konnte ich mich jedoch schnell wieder auf die Laufroute navigieren. Nach einer langen Bergabstrecke übernahm Marco von mir und kurze Zeit später dann Antje von Krissi den Staffelstab bis hinauf zum Schottplatz. Zum Zieleinlauf waren die meisten Staffelmitglieder anwesend. Große Gefühle übermannten die Mädels, als sie erfuhren, dass sie Platz 2 gemacht hatten. Stolz vertraten Krissi und Antje, die bis zum Schluss geblieben waren, ihre Frauen bei der Siegerehrung und sahnten dabei neben einer Weinschorle zum Selbermixen einen Gutschein für eine Feuerplatznutzung rund um Jena ab. Ein etwas anderer Preis, der sich sicher mit dem Vereinsleben verbinden lässt.

 

Zum Schluss war auch noch Elke nach Jena gekommen, die an dem Tag bereits in Nebra beachtenswerte läuferische Leistungen erbracht hatte und mit einer Himmelsscheibe am Band um den Hals hängend zufrieden in der Sonne saß. Zeit, Erlebtes auszutauschen und sich gemeinsam über die erzielten Erfolge zu freuen. Ein wirklich gelungener Tag. Jena ist jetzt mehr für mich als nur Keksrolle, Ernst-Abbe-Sportfeld und Kernberge. Jena und Umland ist mehr als Saale und horizontal. Schließlich haben wir es vertikal durchlaufen. Jena ist mediterran und Lebensgefühl zugleich, war mein Eindruck. Und das nicht nur der bulligen Temperaturen wegen.

Text: Roberto

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Kommentare: 2
  • #1

    Antje Richter (Donnerstag, 15 August 2019 18:30)

    Du hast recht,Roberto! Es war ein schöner Lauf in schöner Landschaft bei schönstem Wetter und tollen Leuten.
    Viele Grüße Antje

  • #2

    Jürgen Klöpfel (Mittwoch, 11 September 2019 14:20)

    ...ist ja schon eine Weile her, aber ich hab es mir erneut durchgelesen. Roberto schrieb es so, dass ich gleich wieder Lust auf den Staffellauf bekommen habe und mich aufs nächste Jahr freu.