Heineparklauf 2026 – Der Letzte macht das Licht aus!

Zugegeben, leicht ist mir meine Zusage an Roberto nicht gefallen, einmal aufzuzeichnen, was man als Besenwagen, bzw. Schlussläufer beim Heineparklauf erlebt.

 

Die letzten Jahre begleitete ich immer die Teilnehmer am Schluss des Laufes ins Ziel. Zunächst nutzte ich das Rad zur Begleitung. Doch bei dem kalten Wetter in den Iden des März zeigen sich Erfrierungssymptome und die geringe Geschwindigkeit führt zu einer instabilen Fahrweise. 

 

In den folgenden Jahren bewegte ich mich zu Fuß, teilweise wandernd, jeweils auf der 3 km und 10 km Strecke. 

Dass in diesem Jahr etwas anders sein sollte, merkte ich am besorgten Gesicht von Jan, als er mir eröffnete, dass ich alle vier Strecken begleiten solle und die Frage stellte, wo denn mein Fahrrad sei.

Das ruhte sich im Carport aus und ich fand mich mit dem Gedanken ab, dass ich heute wohl etwas mehr laufen werde. 

 

Großzügig wie Jan nun mal ist, bot er mir sein Rad an, was ich natürlich mit einer generösen Geste zurückwies. 

 

Nachdem ich noch einige Absperrgitter von A nach B und zurück zu A getragen hatte, war es dann soweit. 

 

Die Bambinis starteten.  Ich musste sie nicht begleiten, dass machte eine Großkatze.

Bei Kleinkindern ist die Motivation für den Sport nicht immer vorhanden. Schön, wenn ein überdimensioniertes Raubtier instinktive Ängste im Kind weckt, Fluchtreaktionen auslöst und so zu einer Leistungssteigerung beiträgt. 

Nur wenige Minuten später starten Kinder im Grundschulalter auf die 1 km Strecke. In Ermangelung eines Raubtiers, wurden einige von ihren Eltern begleitet. Die Wirkung war ähnlich. 

Das Tempo ist bei den Kleinen ganz flott und nach kurzer Zeit sind wir durch den Zielbogen gerauscht. 

 

Auf der 3 km Strecke ist es etwas anders. Zahlreiche Schüler nehmen teil - nicht zuletzt motiviert durch das Versprechen, eine Note 1 im Sportunterricht zu erhalten. Zugegeben, von dieser Note war ich in meiner Schulsportkarriere weiter entfernt als Mettbrötchen vom veganen Speiseplan. 

 

Die letzten Kinder leiden nun darunter, dass ich sie motiviere und zahlreiche Ratschläge zu Atem- und Lauftechnik ungefragt in die Landschaft werfe.

Nur 10 Minuten bleiben mir, und schon starten die Nächsten auf die 5 km Runde.

Im Wechsel von Laufen in das Wandern nähern wir uns der Gondelstation. Bernd (Fotograf und Streckenposten an der Volkstedter Brücke) lächelte und konnte es kaum erwarten, einige Kommentare zu meiner Leistung zu geben. Die Schützlinge, eh schon genervt von meinen Hinweisen, müssen auch noch ertragen wie zwei Typen aus der Babyboomer-Generation ihren Comedy-Contest veranstalten. 

Doch sie ertragen es tapfer, ebenso wie meine Hinweise zum Ein- und Ausatmen.

Auf der Bahn vor dem Zielbogen gaben alle nochmals ihr Bestes und die Pause bis zum 10 km Start ist nun etwas länger. 

 

Jan deponierte für mich ein 0,0% Radler am Stadionausgang und nun konnte ich im Vorbeiflug heimlich trinken und das Wasser an der Verpflegungsstelle ignorieren. Die Mädels am Schluss liefen einen gleichmäßigen Pace, und schon sind wir wieder an Bernd vorbei. Im Park rechnete ich nahe des großen Denkmals mit der Überrundung durch die Spitzengruppen. 

 

Zwei Jungs, die mit Kopfhören links unterwegs waren, bugsierte ich nach rechts. Was passiert, wenn ein Läufer mit 3.30 Pace auf einen mit 8.15 aufläuft, kann man sich denken. 

 

Das Schlussfeld zeigte Einsicht und lief bis zum Stadion schön rechts, dann war ja die Gefahr gebannt.

 

Marcel Krieghoff rauschte als erster vorbei. Die Überholspur war zum Glück geräumt, mit Abstand gefolgt  von  Michael Sturm. Nach der Wendeschleife an der Bleichwiese zog Daniela Oehmus vorbei. Keine Sorge, raunte ich meinen Schützlingen zu, bald lauft ihr auch so schnell.

 

Meine Mädels zogen nun an den Jungs vorbei - motiviert von meinem Spruch - einer der beiden Jungs war sichtlich überfordert, wollte aber nicht aufgeben. Nun konnte ich meine pädagogischen Fähigkeiten endlich wieder unter Beweis stellen und Motivationstraining anbieten.

 

Bernd lächelte ein letztes Mal, dafür erhielt er die Absperrkegel von der Gondelstation, die ich immer bei der zweiten Runde einsammle; nicht das er sich übernimmt.

Die Jungs waren zäh und kämpften weiter. Ein Wechsel zwischen Gehen und Laufen. Am Stadion beschleunigten sie und schafften es verdient durch den Zielbogen.

 

Nun waren alle im Ziel. Ein paar Wenige mussten leider ihre Läufe vorzeitig beenden. 

Das warme Wetter während der letzten Läufe, war für manche Teilnehmer eine Herausforderung.  Ich sehe es immer wieder, leider sind Einige viel zu dick angezogen. Fleece-Jacken muss man bei 18-20°C nicht tragen. 

 

Es ist schön, wenn man die Leute ins Ziel begleitet und ihre Freude sieht, es geschafft zu haben. Völlig egal, ob man als Letzter die Ziellinie passiert, denn damit war man immer noch besser, als die Leute, die gar nicht erst teilnehmen. 

Lasst euch nicht entmutigen und wenn ihr besser werden wollt, dann kommt zum Laufclub Rudolstadt, lasst euch von qualifizierten Trainer*innen langsam mit soliden Grundlagen aufbauen oder habt einfach nur mehr Lebensfreude (und müsst nicht mein Gelaber am Ende des Feldes hören).

 

Wir freuen uns, wenn ihr im nächsten Jahr wieder zum Heineparklauf kommt.

Ihr müsst aber nicht so lang warten. 

Der Fröbellauf findet am 25. April 2026 in Keilhau statt.

Ein stimmungsvolles Event eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. 

Oder ihr meldet euch zum Schiller-Staffel-Lauf am 02. Mai 2026 im Freibad Rudolstadt an.

 

Wir freuen uns auf euch. 

 

Euer Thomas

 

 

Text: Thomas Luge

Fotos: Laufclub Rudolstadt e.V. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Jan Kolbe (Mittwoch, 01 April 2026 17:16)

    Ein herrlicher Artikel !!!!!

  • #2

    Thomas Reim (Donnerstag, 02 April 2026 06:30)

    Ein schöner und kurzweiliger Artikel mit viel Schmunzeleinheiten. Prima!

  • #3

    Anonym (Dienstag, 07 April 2026 20:15)

    Hallo, wann erscheinen die Fotos, die auf der Strecke gemacht wurden?

  • #4

    Mario vom Laufclub Rudolstadt (Mittwoch, 08 April 2026 17:34)

    Hallo Anonym,
    am Fotoalbum vom Heineparklauf wird aktuell schon fleißig gearbeitet. Es wurden beim Lauf über 1.400 Fotos geschossen und die müssen nun noch etwas aufgearbeitet werden. Da das bei uns alles ehrenamtlich passiert, dauert es bisschen länger als beim professionellen Anbieter. Wir bitten noch um etwas Geduld.

 

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